1. Powell River (Landschaft, Leute, Vereine, Ausgang, Geschaefte) Nach nur drei Monaten bin ich mir sicher, dass ich Heimweh nach Powell River haben werden, wenn ich wieder in der Schweiz bin. Es ist wunderbar, jeden Tag das Meer zu sehen. Im Hintergrund die Vancouver Island mit den Schneebedeckten Bergen - es ist wie im Paradies. Und alles ist so riesig hier - die Berge, die Seen, die Waelder...das fasziniert mich immer wieder!
Powell River ist nur mit Faehren und Flugzeugen erreichbar. Das ist der Grund, weshalb es hier so gut wie keine Kriminalitaet gibt - man kann nicht verschwinden (-: Trotzdem ist Powell River sehr gut erschlossen. Vom Spital ueber den modernen Recreation Complex (Schlittschuhbahn, Hockeyfeld, Schwimmbad, Fitnessraum, Solarium, Hot Tub) bis hin zum kleinen Tante-Emma- Geschaeft das koreanische Lebensmittel verkauft gibt's hier wirlich alles - es ist nur ein bisschen weiter zerstreut als in einer typischen europaeischen Stadt.
Die Einheimischen sind sehr freundlich und es ist leicht, mit ihnen ins Gespraech zu kommen (oder besser gesagt: es ist schwierig, es zu vermeiden, weil sie dich ueberall und bei jeder Gelegenheit ansprechen). Ich nehme die Leute hier als sehr offen und interessiert wahr.
Fuer richtige Partytiere ist Powell River nichts. Zu Fuss gut erreichbar (und damit meine ich in kandaschiem Messsystem: eine halbe Stunde Fussmmarsch- kleine Nebenbemerkung: Taxis sind sehr billig hier) sind gerade mal zwei populaere Pubs erreichbar. Natuerlich hat es hier noch einige andere Restaurants und sogar ein Tanzlokal in der Naehen, aber wir Studis sind meistens in den zwei Pubs. Wer also jeden Abend grosse Disco erwartet sollte besser nach Vancouver gehen - und ist dann uebrigens selber Schuld! Meistens organisieren wir Privatparties bei jemandem zu Hause (sogar bei den Lehrern), spielen Billard, gehen bowlen, organisieren eine Filmnacht, etc., etc. - langweilig wird es nie.
Ich bin eine sehr aktive Person und mir wird es bald mal langweilig - perfekt fuer Powell River . Ich habe hier immer etwas zu tun!
2. Lehrer/ Schule Seit ich hier war hatte ich ungefaehr acht verschiedene Lehrer. Einige Lehrer sind fix, andere wechseln. Das haengt von den Studis ab und welche Freifaecher sie waehlen. Die Schule selber ist sehr gemuetlich eingerichtet - das ist wahrscheinlich auch der Grund, weshalb viele Studis nach der Schule noch in der Schule herumhaegen, bevor sie nach Hause (oder wohin auch immer) gehen. Wir haben eine superbequeme Lounge mit einem riesigen Fernseher und vielen Sofas. In der Lounge hat es auch noch einen Tischtennistisch und Computer, welche wir fuer die Schule oder zum e-mailen nutzen koennen. Ueber den MIttag bleiben alle in der Schule und wir essen dann zusammen. Es hat einen Kuehlschrank und eine Mikrowelle...und was man halt so braucht zum kochen (und was vielleicht noch wichtig sein koennte fuer Schweizer: es ist sehr sauber hier, in der Schule, in der Kueche, im WC).
3. Lehrmittel Die Schule ist nicht nur auf ein Textbuch festgefahren. Die Lehrer haben verschiedene Textbuecher - sind aber sehr flexibel. Wenn wir Fragen haben, aendern sie das Programm. Es bringt nichts, past tense zu bueffeln, nur weil sie im Textbook ist, wenn alle Studis schon ziemlich sicher darin sind, nicht? Die meisten Lehrer bringen viele eigenes Material in die Lektionen. Die Lektionen sind gut vorbereitet und Ziele (individuelle und klassenuebergreifende) werden am Anfang des Monats festgelegt (kleine Nebenbemerkung die vielleicht nicht wichtig ist, ich moechte sie aber trotzdem loswerden: ich besuchte 15 Jahre die Schule in der Schweiz und habe davon 2 Jahre Didaktik und Paedagogik studiert - ist traurig, dass ich erst jetzt einen individualisierenden und faecheruebergreifenden Unterricht erlebe, nicht? Und das obwohl das staendig gepredigt wird in der Schweiz...).
4. Didaktik Was mir am besten gefaellt ist die Flexibilitaet. Wir Studis haben Einfluss auf das Programm. Wenn wir Fragen haben oder uns ein Thema besonders interessiert, wird das von den Lehrern ernst genommen (z.B. in meinem Fall: ich hatte brutale Probleme mit den Konjunktionen - war aber die einzige in meiner Klasse, die Lehrerin hat mir dann besonderes Material gegeben und es mir speziell erklaert, waehrend die anderen beschaeftigt waren - oder: ich war interessiert, wie das Bankwesen in Kanada funktioniert und wollte das Vokabular lernen - kein Problem).
Toll ist auf jeden Fall, dass wir nicht nur Trockenuebungen machen. Alles wird gleich angewendet und weil wir so kleine KLassen (zwischen 4 und 12 Studis) haben, sind wir nicht nur passive Beobachter, die zwar Englisch verstehen, aber Deutsch sprechen, sobald sie Pause haben.
Didaktisch sehr clever ist regelmaessiges positives Feedback (- wie oft habe ich das gehoert waehrend ich Didaktik studiert - und wie selten habe ich es erlebt...). Jede zweite Woche kriegen wir eine persoenliche Rueckmeldung, unter jedem Aufsatz oder nach jeder Rede, Hausaufgabe oder was immer, kriegen wir ein Feedback. Perfekt. Und dazu wird jede Woche ein student of the week gewaehlt. Der kriegt dann ein wirklich suesses Kaertchen, ein kleines Geschenk und ein riesen Applaus der ganzen Schule (und he: ich war im Fall auch schon einmal student of the week... (-:)
Wir haben die Moeglichkeit, unsere Fortschritte selber zu ueberpruefen. Wir werden oft auf Video oder Kasette aufgenommen (wir haben mindestens einmal pro Woche eine Rede...naja...ehrlicherweise: ein kleiner Vortrag). Oft ist man sich gar nicht bewusst, wie man spricht, wenn man sich selber nicht beobachten und hoeren kann. Sehr hilfreich!
Die Pruefungen sind produktiv und abwechslungsreich - wie der ganze Unterricht. Da wir regelmaessig Counseling haben, kann die Schule ueberpruefen, ob wir zufrieden sind in der Schule und in der Gastfamilie. In der Schule gilt: wir sprechen nur Englisch - und zwar die ganze Zeit. Das wirkt sich positiv auf die Freizeit aus, wir sprechen dann naemlich auch Englisch.
Ehm...da kommt mir noch etwas in den Sinn. Wir machen viele Dinge, die Arbeit und Spass verbinden. Wir haben beispielsweise eine Zeitung geschrieben, worauf wir natuerlich extrem stolz waren am Schluss. Im Moment arbeiten wir an einer Sitcom und an einem Brettspiel (Hausaufgaben).
Die Schule bietet so viele Levels an, wie benoetigt werden. Im Februar waren es zwei, jetzt sind es drei.
5. Wahlfaecher Die Schule hat eine riesige Palette an Freifaechern. Und auch da haengt es davon ab, was wir uns wuenschen. Ehrlich gesagt weiss ich gar nicht mehr, wei viele verschiedene Freifaecher ich besucht habe. Im Moment habe ich English literature, beauty and style, und speaking practise. Wunderbar! Das ganze Sortiment kriegen Sie bestimmt von Dave oder Michelle .
6. Aktivitaeten Auch hier gibt es sehr viele verschiedene. Ich war 3 Monate hier und ich zaehle nun einfach mal auf, welche Aktivitaeten ich gewaehlt habe in dieser Zeit: Wassertoeff fahren, segeln, Kayak und Kanu fahren, Snowboard fahren, kochen (Desserts, Drinks, Wein und Kaese), Handwerken/ Kunst, Pers. Fitnes, Wellness, Golf, reiten, culing, hot tub, schlittschuhlaufen. Eine ganze Menge, nicht?
7. Freiwillige Aktivitaeten Die Schule bietet selber sehr viele Aktivitaeten an, die nach der Schule stattfinden und freiwillig sind. Auch hier kann ich nur aufzaehlen, was ich selber gemacht habe (und das ist nicht so viel, weil ich oft selber Dinge unternehme in der Freizeit): Filmnaechte jede 2. Woche, Hockeymatch, Trip nach Nanaimo und Victoria , Volleyball/ Basketball mit Einheimischen.
8.Studenten Momentan sind junge Leute aus der Schweiz , Korea und Japan im College. Das Alter ist glaub so ungefaehr...zwischen 18 und 34...bin mir nicht sicher. Wir haben alle einen total kameradschaftlicen Umgang miteinander. Ich weiss von Studis, die nach Vancouver zurueckgehen mussten nach einigen Monaten hier, dass sie gerne zuruck kommen moechten, weil sie einfach nicht zu Hause sind. Weil wir nur wenige Studenten sind, kann man eine sehr persoenliche Freundschaft bilden (was dann immer in vielen Traenen endet, wenn ein Student verabschiedet wird an der Busstation. Wir verbringen ein grosser Teil unserer Freizeit zusammen.
Zum Abschluss...was kann ich sagen: es ist total genial hier und ich wuerde sofort wieder kommen. Ich habe versucht, von allem zu schreiben, was sie interessieren koennte. Wenn sie Fragen haben: bitte einfach mailen: miriam.ruf@gmx.ch . - Und dann ein kleines Sorry, falls mein Deutsch nicht ganz so perfekt ist.









